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Expertin für Ionenstrahlen - Katia Parodi hat den neu eingerichteten LMU-Lehrstuhl für Medizinphysik an der LMU in Garching übernommen.

Katia Parodi ist Italienerin. Das merkt man schnell, wenn sie sich mit Temperament an ihrem Schreibtisch niederlässt und voller Elan von ihrer Arbeit berichtet.

Katia Parodi richtet ihre Labors gerade am Coulombwall, in Garching ein (Foto: Thorsten Naeser)

Seit August 2012 ist Katia Parodi im Exzellenzcluster MAP Professorin für Medizinphysik. Als sie in Genua Physik studierte, hatte sie ein Thema besonders fasziniert: Die Ionenstrahltherapie. „Das war konkret und menschennah“, sagt sie. Durch praktische Erfahrung im Krankenhaus hatte sie gemerkt, dass ihr dieses Gebiet nicht nur am Herzen lag, sondern dass sie Innovationen in der Ionenstrahltherapie leisten wollte. Sie verschrieb sich der Forschung. Schon immer, betont sie, habe es sie gereizt, etwas Neues zu schaffen und den aktuellen Stand der Wissenschaft zu verbessern. Genau dies ist im MAP-Cluster und dem zukünftigen Center for Advanced Laser Applications (CALA) möglich.

MAP sei ideal für ihre Ziele, bekräftigt Parodi: „Es gibt eine gute Vernetzung zwischen Physik und Medizin und große Synergieeffekte. Wir kooperieren mit Münchner Krankenhäusern - in präklinischen Studien, in der Entwicklung neuartiger Detektoren für die Ionenstrahltherapie und neuen Bildgebungsverfahren.“ Ihr Blick schweift durch das spartanisch eingerichtete Arbeitszimmer: „Die Lasersysteme, die künftig hier in CALA zur Beschleunigung von Ionen entwickelt werden, bieten enorme Möglichkeiten, um Therapien günstiger und allgemein verfügbar zu machen“, erklärt sie.

Mit der Neubesetzung des Lehrstuhls hat sich nicht nur das Forschungsspektrum der LMU-Physik in Garching erweitert, sondern auch das Angebot für die Studenten. Zu Beginn des Jahres hat sie den Schwerpunkt Medizinphysik im Masterstudiengang Physik eingerichtet, mittelfristig wird eine Graduiertenschule entstehen.

Italien lässt Katia Parodi noch nicht völlig los. Einmal jährlich besucht sie ihre Heimat Genua. Doch auch darüber hinaus ist es ihr wichtig, ihr Netzwerk zu pflegen und zu erweitern, beispielsweise zu den Kollegen in Boston und Heidelberg oder in der Zusammenarbeit mit internationalen wissenschaftlichen Zentren.

Ein besonderes Anliegen ist es ihr dabei, ihren Studenten Austausch- und Forschungsmöglichkeiten zu bieten. Und „Ja“, bestätigt sie, ihr italienisches Temperament sei hier durchaus hilfreich „für einen offenen Umgang sowie Begeisterung und Ausdauer in der Forschung“. Und schon entschwindet sie zum nächsten Termin.

Text: Judith Eckstein