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„Wir werden Krebserkrankungen entschärfen“

Eine enge Partnerschaft zwischen Physik und Medizin pflegen Ferenc Krausz und Michael Molls in MAP. (Foto: Thorsten Naeser)

12.04.2013

Mit einem Symposium würdigt ein internationales Fachpublikum Prof. Michael Molls` Wirken als Klinikdirektor. Nach Ende seines Amtes wird er sich verstärkt der Forschung und neuen Aufgaben im Exzellenzcluster „Munich-Centre for Advanced Photonics“ (MAP) widmen.

Auf Michael Molls warten neue Herausforderungen. Der stellvertretende Sprecher von MAP wird in Zukunft sein Amt als Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie am Klinikum rechts der Isar der TU München niederlegen. Nach seiner Zeit als Klinikdirektor wird er sich verstärkt im Exzellenzcluster MAP engagieren, dessen Vorstand er seit 2006 angehört.

Anlässlich des Symposiums „Radiation Oncology in Prostate and Bladder Cancer – Current and Future Concepts” in München mit über 400 Teilnehmern, würdigten Gastredner, insbesondere Freunde und Schüler sowie ein internationales Fachpublikum die Lebensleistung von Prof. Michael Molls:

Prof. Michael Molls ist seit 1992 Ordinarius und Direktor der Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie am Klinikum rechts der Isar. Nach Studium und Approbation war Molls in der Türkei und Jugoslawien tätig, später als Assistent am Pharmakologischen Institut in Freiburg, wo er auch promovierte. 1976–1992 arbeitete er  am Institut für Medizinische Strahlenbiologie und an der Strahlenklinik der Universität Essen. Dort habilitierte er und erhielt die Venia legendi für die Fächer Embryologie, Strahlenbiologie und klinische Strahlentherapie. Forschungsfelder waren und sind u.a. die In-vitro-Zucht von Präimplantationsembryonen der Maus (Stammzellen), Strahlenbehandlung in Kombination mit Chemotherapie, biologische Bildgebung und Hochpräzisionsstrahlentherapie sowie (im Rahmen des MAP-Clusters) laserbasierte Protonen- und Schwerionentherapie. Molls war u.a. Präsident der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie, Vorsitzender des Tumorzentrums München, Mitglied des Vorstandes und später des Aufsichtsrates am Klinikum rechts der Isar der TU München, Fachvertreter der DFG im Kollegium Medizin und Projektleiter im EU Verbund-Forschungsprojekt „Cardiorisk“. Molls wurde mit dem Hans Langendorff-Preis und anderen Ehrungen ausgezeichnet und ist Mitglied der Deutschen Akademie für Naturforscher Leopoldina. Die Publikationstätigkeit von Molls umfasst mehr als 300 Originalveröffentlichungen, mehrere Fachbücher und die Herausgeberschaft einer englischsprachigen Buchreihe im Springer-Verlag.

Molls‘ Leben und Werk zeichnen sich durch eine Leidenschaft für „Grenzüberschreitung“ aus, sagte sein langjähriger Weggefährte Prof. Dr. med. T. Herrmann (TU Dresden). Grenzen überschritt Molls in seinen Auslandstätigkeiten, durch die Kooperation zwischen ost- und westdeutscher Strahlenforschung bereits vor der deutschen Wiedervereinigung, durch Integration strahlenbiologischer und medizinphysikalischer Forschung in das klinische Feld der Radioonkologie.

Über seine Zeit am Klinikum rechts der Isar resümiert Molls: „Innerhalb meiner mehr als 20 Jahre in München sind zwölf Habilitationen entstanden und viele Doktorarbeiten, nicht nur in der Medizin, sondern auch in den Naturwissenschaften Physik und Biologie. Eine Reihe meiner Mitarbeiter hat mittlerweile national wie international Führungspositionen an großen Kliniken und Universitäten inne. Ich bin stolz darauf, dass auch Karrierewege von Frauen äußerst erfolgreich bis in ein Ordinariat verlaufen sind“. Nach seiner Zeit als Klinikdirektor wird sich Molls in der Forschung von MAP und künftig auch im Rahmen des Centre for Advanced Laser Applications (CALA) engagieren. Molls wird sich - wie in seinem bisherigen Wissenschaftlerleben - grenzüberschreitend in experimentellen sowie klinischen Welten bewegen: „Wir werden weiterhin danach streben, das große Problem der Krebserkrankungen durch die Integration von Erkenntnissen der Physik und Technologieentwicklung in die klinische Medizin zu entschärfen.“

Text: Judith Eckstein

Für weitere Informationen: 

Klinik und Poliklinik für Strahlentherapie und Radiologische Onkologie
Klinikum rechts der Isar der Technischen Universität

Nicole Methfessel
Sekretariat für Forschung und Lehre
Ismaninger Str Str. 22
81675 München
Tel.: +49(0)89 4140-4502
E-Mail: Klinik-fuer-Strahlentherapie@remove-this.lrz.tu-muenchen.de

Munich-Centre for Advanced Photonics (MAP)
Judith Eckstein
Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Am Coulombwall 1
85748 Garching
Tel.: +49(0)89 289-14169
E-Mail: judith.eckstein@remove-this.physik.uni-muenchen.de