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Mit der Physik die Chemie verstehen

Prof. Jürgen Hauer

07.03.2018

Prof. Jürgen Hauer untersucht die Photosynthese in Pflanzen. Sein Wissen testet er an künstlichen Systemen.

Unser neuestes MAP-Mitglied, Prof. Dr. Jürgen Hauer ist ein Rückkehrer: schon als Postdoc in der Gruppe von Prof. Eberhard Riedle war er im Cluster angestellt. Seit Ende letzten Jahres hat der 39-jährige die Professur für Dynamische Spektroskopien an der Technischen Universität München inne. Er beschäftigt sich mit ultraschnellen Prozessen auf Femtosekunden-Zeitskala in Molekülen und Molekülverbänden.

Seine Gruppe in München ist noch recht klein: im Moment besteht sie aus ihm selbst und einem weiteren Mitarbeiter. Auch der Aufbau des eigenen Labors wird noch etwas dauern, da die Räumlichkeiten dafür erst renoviert werden. Solange hat er all seine Geräte noch in Wien stehen. Dorthin pendelt er regelmäßig von München aus. Für ihn hat sich München in den Jahren, die er in Wien verbracht hat, verändert: „Es ist eine richtige Weltstadt geworden. Und es gibt jetzt eine U-Bahn bis Garching!“ Er schätzt besonders das wissenschaftliche Umfeld, das ihm im Forschungszentrum mit der Nähe von TU, LMU und MPQ geboten wird.

Hauer betreibt Grundlagenforschung. Er versucht Prozesse in der Natur zu beschreiben und beschäftigt sich insbesondere mit der Photosynthese. Er arbeitet daran, die Prozesse in der natürlichen Photosynthese zu verstehen. Dafür nutzt er photosynthetische Bakterien und Pflanzen. „Was wir daraus lernen, das testen wir dann in künstlichen Systemen und versuchen diese Systeme in Richtung der natürlichen weiter zu entwickeln. Denn die natürlichen Lichtsammler sind momentan noch effizienter als alles, was wir synthetisieren können“, so Hauer.

Zur Dynamischen Spektroskopie ist er während des Studiums eher zufällig gekommen. „Ich habe im Studium schnell erkannt, dass die klassische Nasschemie keiner meiner Talente ist, wo man dann A und B zusammenschüttet und dann raucht’s und so,“ sagt er. „Für mich waren die physikalischen Fragestellungen in der Chemie immer interessanter.“ Und so arbeitet Jürgen Hauer daran mit den Methoden der Physik Fragen der Chemie zu beantworten.

Text: Karolina Schneider